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06.04.2004
Aktuelle Informationen zum Gewerbepark Sol

Aufwärtsentwicklung im Gewerbepark Sol hält an – Zweckverband startet Planung für eine mögliche Erweiterung

Informationen zum Gewerbepark Sol

Der „Gewerbepark Sol“ war eines der ersten interkommunalen Gewerbegebiete in Baden-Württemberg und das bislang einzige im Landkreis Böblingen. Träger ist der Zweckverband „Gewerbepark Sol“ mit den beiden Verbandsmitgliedern Stadt Holzgerlingen und Gemeinde Weil im Schönbuch. Sitz der Geschäftsstelle ist im Rathaus Holzgerlingen. Der Vorsitz wechselt in

dreijährigem Turnus und wird derzeit vom Bürgermeister der Stadt Holzgerlingen wahrgenommen.


Verbandsgründung in den 90er-Jahren

Intensive Verhandlungen und Beratungen in den Jahren 1993 und 1994 führten zur Gründung des Zweckverbandes am 16.09.1995. Der Grunderwerb für den Gewerbepark sowie die Bebauungs-, Ausgleichs- und Erschließungsplanung nahmen das Jahr 1996 in Anspruch. 1997 wurde das Gewerbegebiet erschlossen. Die geplante Ansiedlung der HP-Tochterfirma Solectron – jetzt in Herrenberg – war Startschuss für die Verbandsgründung. „Im Nachhinein sind wir froh, dass wir bei dieser Ansiedlung nur auf den 2.Platz kamen. Ohne Solectron nahm der Gewerbepark Sol eine wesentlich dynamischere Entwicklung. Wir waren in der Flächeneinteilung flexibler und konnten einen besseren Branchenmix erreichen“, sagt Weils Bürgermeister Andreas Brand. Die Entscheidung für Sol sei auch ein politischer Kompromiss zwischen beiden Gemeinden gewesen. Man habe sich darauf verständigt, ein Gewerbegebiet im Sol auszuweisen, anstatt über die Bahnlinie auf Holzgerlinger Markung südlich sich auszudehnen.


Zielsetzung: Arbeitsplätze am Ort halten und sichern

Die Zielsetzung des Zweckverbandes ist in der Verbandssatzung festgelegt. Der Zweckverband will bestehende Arbeitsplätze sichern und einen Anreiz zur Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze bieten. Ortsansässige Firmen, die sich erweitern wollen, sollen gehalten werden. Der Zweckverband legt Wert auf eine Mischung von Firmen verschiedener Tätigkeitsgebiete und Größenordnungen, sowohl im produzierenden Bereich als auch im Dienstleistungssektor, um möglichst vielen interessierten Firmen passende Angebote machen und Arbeitsplätze für verschiedene Qualifikationsstufen anbieten zu können. Außerdem war es die Absicht, durch die Mixtur verschiedener Branchen konjunkturell bedingte Schwankungen auffangen zu können.

Das Verbandsgebiet umfasst ca. 37,7 ha, wovon 28,4 ha auf Gemarkung Weil im Schönbuch liegen und 9,3 ha auf Gemarkung der Stadt Holzgerlingen. In dem ersten erschlossenen Abschnitt standen zusammen mit einer gemeinsam vermarkteten Teilfläche der Stadt Holzgerlingen insgesamt 19,5 ha an Gewerbeflächen zur Verfügung. Hinzu kamen 5,5 ha an Straßen, Grünflächen und Ausgleichsflächen.

Bereits 1996 beschlossen die beteiligten Gremien die Abgrenzung des Gebietes. Bereits damals entschieden die beteiligten Gemeinden, dass das Verbandsgebiet im Osten am Feldweg 1007 endet. „Damit haben wir bereits damals klar und verbindlich gesagt, wo die maximale Gebietsgrenze für eine zukünftige Bebauung liegt“. Brand weist auch darauf hin, dass die Entstehung Sol und die Gebietsabgrenzung zu intensiven Diskussionen in den Gemeinderäten beider Gemeinden führte und auch im Breitensteiner Ortschaftsrat. Mehrheitlich gab Weils Gemeinderat Mitte der 90er-Jahre grünes Licht für die Planung. Auch im rechtsverbindlichen Regionalplan des Verbandes Region Stuttgart ist das Gebiet Sol als regional bedeutsamer Gewerbeschwerpunkt ausgewiesen. Die beiliegend abgedruckte Karte mit Planungsstand 20.03.1996 stellt die damals getroffene Grundsatzentscheidung zur Gebietsausweisung dar.


Last der Vorfinanzierung getilgt – Zweckverband ist schuldenfrei

Die Stadt Holzgerlingen und die Gemeinde Weil im Schönbuch finanzieren gemeinsam den Zweckverband Gewerbepark Sol. Um den Gewerbepark Sol in seiner heutigen Ausdehnung erwerben und erschließen zu können, mussten die beiden Gemeinden 21 Mio. DM vorfinanzieren, also annähernd 1.000,- DM pro Einwohner. Ein zinsverbilligtes Erschließungsdarlehen der Landeskreditbank über 3 Mio. DM (die Zinsreduzierung entsprach einer Förderung mit ca. 0,5 Mio. DM) trug dazu bei, die Finanzierungslast für die beiden Gemeinden zu reduzieren. Die Verbindlichkeiten für die Herstellung des Gewerbeparkes sind mittlerweile vollständig getilgt. Der Zweckverband ist schuldenfrei. Mittlerweile erhalten die beiden Gemeinden ansehnliche Realsteuereinnahmen aus dem Gewerbegebiet. In der Verbandssatzung sind auch die Finanzierung und die Stimmverhältnisse geregelt. Holzgerlingen und Weil haben je eine Stimme. „Diese setzt den Zwang zur Einigung voraus. Jeder Verbandspartner ist gleichberechtigt“, sagt Herr Brand. Alle Einnahmen und Ausgaben werden jeweils hälftig getragen. Weils Kämmerer Eberhard Brodbeck: „Die Grundsteuer und Gewerbesteuer werden von jeder Gemeinde entsprechend dem markungsmäßigen Betriebssitz veranlagt und am Anfang des neuen Jahres untereinander ausgeglichen. Die Grundsteuer liegt etwa bei 32.000 pro Jahr im Weilemer Verbandsgebiet. Erfreulich entwickelt sich die Gewerbesteuer. Im abgelaufenen Jahr lagen wir bei über 630.000 € im Zweckverbandsgebiet. Die Tendenz am Jahresanfang 2004 zeigt bislang nach oben.“


Erfolgreicher Stand der Vermarktung

Von 19,5 ha Gewerbefläche sind – mit Ausnahme einer Parkplatzfläche und eines kleinere 25 ar großen Grundstückes – alle vermarktet. Mit den Verkaufserlösen konnten die Verbindlichkeiten des Zweckverbandes für den Grunderwerb und die Erschließung weitgehend abgedeckt werden, so dass heute kein finanzielles Risiko für den Zweckverband mehr besteht.


Guter Branchenmix im Sol

Vertreten sind Firmen aller Größenordnungen: Von der Einzelfirma mit vorwiegend örtlichem Bezug, die eine Gewerbefläche von 20 ar erwirbt über die Firmenfiliale mittlerer Größe bis zur international bekannten und renommierten Großfirma, die fast 8 ha Fläche ankaufte. Im Einzelnen:

AITIS Grünflächenmanagement und Dienstleistungen
Alle & Jentz GmbH, GEOPARK I Vermietung von Gewerbeflächen
Alle & Jentz GmbH, GEOPARK II Vermietung von Gewerbeflächen
Alle & Jentz. Restfläche GP II Vermietung von Gewerbeflächen
Alle & Jentz f. Johnson Controls Fertigung von Autositzen
Casaplan Logistik (Lagerung und Auslieferung f.d. Hermes-Versand)
Deutsche DOKA GmbH Schalungstechnik
Eisenmann KG Maschinenbau
EVS  
Fa. Brock GmbH & Co. Schilder und Stempel
Fa. Gotthilf Frasch noch nicht bebaut
Fa. Otto Frasch Raumaustattungsfachgeschäft und Vermiet. Gew.flächen
Firmen Kuhn und Blank Immobilienverwaltung und Werbeagentur/Public Relations
Jung & Brecht Druckerei
Hänssler-Verlag GmbH Verlagswesen
Maurer Landschaftsgärtnerei
MEWA Textilservice AG Textile Dienstleistungssysteme f. Handel und Gewerbe
Strapex GmbH Verpackungsmaschinen
Werbas Software zur weltweiten Bewirtschaftung von KFZ-Betrieben
Werbas Parkflächen

Momentan baut die Firma Kraft und Bauer, Brandschutzsysteme ein neues Betriebsgebäude an der Max-Eyth-Straße. Die Fertigstellung ist in diesem Jahr vorgesehen.
Aufgrund des breitgefächerten Spektrums wurden Arbeitsplätze für verschiedenste Qualifikationen geschaffen, vom hochspezialisierten Ingenieur bis hin zum ungelernten Lagerarbeiter. Junge Firmen und Existenzgründer/-innen können Gewerbeflächen inklusive der für einen Gewerbebetrieb notwendigen Infrastruktur anmieten, um in den ersten Jahren die Eigenkapitalbindung möglichst niedrig zu halten.

Der Gewerbepark Sol lebt von der vertrauensvollen Zusammenarbeit der Verbandsgemeinden. Die bisherigen Gewerbeansiedlungen können als Beweis der Entschlossenheit und Tatkraft gemeindlicher Gremien gesehen werden.

Unübliche Lösungen, zum Beispiel für die Organisation von Rettungswesen und Feuerwehr, mussten gefunden werden. Durch eine zielorientierte und effektive Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden und dank der Unterstützung der übergeordneten Behörden war es möglich, in kurzer Zeit ein erfolgreiches Modell interkommunaler Zusammenarbeit zu realisieren.

Überplanung des Verbandsgebietes steht an

Im Zuge der Ansiedlung der Firma Johnson Controls gab es heftige Diskussionen zwischen den beiden Verbandspartnern. Letztendlich konnte Weil den Verbandspartner überzeugen. Die Forderung Weils war klar: Zuerst eine Bebauung der vorhandenen Grundstücke im Verbandsgebiet und keine Einzelfallentscheidung und eine Planung für die gesamte Erweiterungsfläche mit der Möglichkeit einer abschnittsweisen Verwirklichung.

Intensiv haben der Zweckverband und beide Gemeinderäte abgewogen, ob überhaupt ein Bedarf für weitere Gewerbeflächen besteht. „In der Tat stehen Büroflächen in einigen Objekten leer. Diese sind aber i.d.R. aufgrund ihres Zuschnittes und Ausbaus als Büro und nicht als Produktionsflächen konzipiert und damit nicht beliebig verwertbar. Eine Ausnahme bildet der Geopark der Reutlinger Firmengruppe Alle und Jentz, die eine multifunktionale Nutzung erlauben. Wenn wir als Zweckverband, als Gemeinde Weil im Schönbuch und als Stadt Holzgerlingen aktive und erfolgreiche Gewerbepolitik betreiben wollen, müssen wir auch Flächen in Reserve haben, um überhaupt reagieren zu können. Wir wollen ganz bewusst nicht die gesamte Erweiterungsfläche erschießen, sondern nur einen Teilbereich. Die Flächen südöstlich des Hermes-Versandservice und der Firma AITIS sollen zwar überplant, aber nicht erschlossen werden. Der Zweckverband möchte nur im nördlichen Bereich die Grundstücke erwerben. Dazu haben wir allen Eigentümern ein interessantes Angebot gemacht“, sagt Herr Brand. Einstimmig haben die Weilemer Verbandsvertreter den jetzt getroffenen Beschlüssen zugestimmt.

Die jetzige Planung entspricht den Vorgaben des Weilemer Gemeinderates. „Genau das ist eingetreten. Beide Gemeinderäte beschlossen im Jahr 2003 ein Bebauungsplanverfahren für die jetzt anstehende Überplanung nach Osten. Die Planung wurde im Ortschaftsrat Breitenstein behandelt und vorgestellt. Die abgedruckte Planung Variante 1 B ist Gegenstand des laufenden Bebauungsplanverfahrens.“

In ihrer Sitzung am 08.12.2003 hat die Verbandsversammlung den Aufstellungsbeschluss für die östliche Erweiterung des Gewerbeparks “Sol” gefasst. Der Aufstellungsbeschluss wurde zwischen zeitlich in den Nachrichtenblättern Weil im Schönbuch und Holzgerlingen öffentlich bekannt gemacht.

Der vorliegende Vorentwurf wurde auf dem Hintergrund der getroffener Beschlüsse in beiden Gremien gefasst. Ziel ist eine abgestimmte Gesamtplanung, die dem Zweckverband ein größtmögliches Maß an Flexibilität bei Unternehmensansiedlungen in der Zukunft bietet. Die konkrete Ausarbeitung erfolgte gemeinsam mit den beteiligten Büros Planung & Umwelt, Büro Neher und Büro Zoll.

An den städtebaulichen Eckpunkten kann bislang folgendes festgehalten werden :

Das im Aufstellungsbeschluss zugrunde liegenden Plankonzept sah eine geradlinige Verlängerung der Max-Eyth-Straße und der südlichen Erschließungsstraße vor. Diese beiden Straßenverlängerungen waren durch eine Nord-Süd verlaufende Straße verbunden, die das Gebiet in eine östliche und eine westliche Hälfte geteilt hatte. Dem Vorentwurf liegt nun der Gedanke zugrunde, diese Nord-Süd-Straße an den Ostrand des Gebietes zu legen. Diese Konzeption basiert darauf, dass das dadurch entstehende nördliche Baufenster (Grundstücksgröße ca. 3,0 ha) großflächig abgegeben werden kann.

Die restliche Fläche im Süden des Gebietes kann auch problemlos erschlossen werden. Durch die Führung der Straße ist eine praktisch beliebige Grundstücksaufteilung möglich. Ein entscheidender Vorteil für die Ostrandstraße ist der Umstand, dass damit und mit der Gestaltung des Grünstreifens der Zweckverband die östliche Abgrenzung bzw. Eingrünung des Gebietes vornimmt. D.h. die Ausgestaltung ist ausschließlich Sache des Zweckverbandes.

Bei einem Konzept, das am Ostrand des Gebietes ein Baustreifen zugelassen hätte, wäre ggf. bei jedem Bauvorhaben die Frage der Randausbildung zu erörtern gewesen und dies ist nicht nur in der Phase der Genehmigung, sondern auch im weiteren Zeitablauf.

Bei der in den Gremien andiskutierten Ansiedlung von Kleingewerbe wäre regelmäßig das Problem aufgetaucht, wie die der Erschließungsstraße abgewandten Bauplatzflächen genutzt werden. Erfahrungsgemäß werden auf der abgewandten Bauplatzseite die weniger attraktiven, aber dennoch notwendigen Nutzungen eines Gewerbebauplatzes (Abfallmulden, Lagerfläche etc.) erfolgt.

Aus städtebaulichen und aus gestalterischen Gründen ist es sehr hoch zu gewichten, dass die Fläche am Ostrand des Gebietes im Besitz des Zweckverbandes bleibt und damit auch im Zeitablauf sichergestellt wird, dass eine ansprechende Gestaltung und Unterhaltung erfolgt. Beibehalten wird das Konzept der großzügigen Baufenster bei einer Grundflächenzahl von 0,8. Dies hat sich seither im Gewerbepark „Sol“ bewährt, da auf dieser Grundlage die Bauplatzflächen je nach Bedarf zugeschnitten werden können.

Abgestufte Gebäudehöhen sind vorgesehen

Eine Abstufung der Gebäudehöhen jeweils an den Rändern des Gebietes ist im Vorentwurf berücksichtigt. Das Büro Neher hat anhand von entsprechenden Geländeschnitten dargestellt, dass eine visuelle Beeinträchtigung insbesondere Richtung Breitenstein nicht gegeben ist bzw. minimiert wird. Im östlichsten Bereich ist eine maximale Gebäudehöhe von 8 bzw. 6 Metern vorgesehen, im westlichen Bereich – angrenzend an die Firma Werbas – von 11 bzw. 13 Metern.


Gründordnungsplan und Umweltverträglichkeitsprüfung in Arbeit

Die Verbandsversammlung hat in der Sitzung am 08.12.2003 das Büro Planung und Umwelt, Dr. Koch, mit der Ausarbeitung des Grünordnungsplanes beauftragt.

Eine weitere Besonderheit des Planungsgebietes liegt darin, dass die östlich angrenzenden Flächen des Landschaftsschutzgebietes „Alte Halde“ durch das Land Baden-Württemberg als Flachlandmähwiese im Rahmen der weiteren FFH - Ausweisung nachgemeldet wurde. Dies bedeutet, dass eine Verträglichkeitsprüfung gemäß § 34 Naturschutzgesetz zu erfolgen hat.

Darüber hinaus, dies ist bereits in der Umwelterheblichkeitsstudie niedergelegt, ist ein Umweltbericht im Sinne des Gesetzes zur Umweltverträglichkeitsprüfung als Bestandteil der Begründung des Bebauungsplanes zu erarbeiten.


Beratung und Beschlussfassung im Zweckverband gehen weiter

Der Zweckverband wird sich in seiner nächsten Verbandsversammlung mit den Anregungen und Vorschlägen zum Bebauungsplan beschäftigen. Die öffentliche Sitzung wird voraussichtlich am 10. Mai 2004 im Bürgersaal des Rathauses Weil im Schönbuch stattfinden. Auf die öffentliche Bekanntmachung wird hingewiesen.

 
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