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29.04.2002
"Vive la France"
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[1] Die Förster Bartholomäi (links) und Riechert begutachten die Eichen-Stämme....
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[2] ...nicht ohne sichtlichen Stolz!
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Eichen aus dem Schönbuch für französischen Wein

Positiver Trend bei der Eichenvermarktung setzt sich fort

Am 09.04.2002 fand in Rottenburg die diesjährige Eichenversteigerung der Schönbuchforstämter statt. Im Angebot bei diesem Termin waren neben etwa 1800 Festmeter Eichenstammholz rund 80 Festmeter verschiedener sonstiger Laubhölzer wie Esche, Birke, Bergahorn, amerikanische Roteiche, Linde und Kirsche. Gegenüber dem Termin 2001, bei dem noch erhebliche Mengen von Sturmholz aus den Schäden des Orkans Lothar zu vermarkten waren, war die Menge um nahezu 55% geringer. Das Angebot war aber in der Qualitäts- und Stärkenverteilung vergleichbar.

Aus dem Staatswald, dem Privatwald der Laubachgenossenschaft und den Wäldern der Städte und Gemeinden des Forstamtes Weil im Schönbuch kamen rund 117 Festmeter Wertholz zum Verkauf: starke, teilweise furniertaugliche Stämme, die bei den regulären Hieben des vergangenen Winters mit angefallen waren. Nur noch vereinzelt waren Eichen dabei, die dem Orkan Lothar zum Opfer gefallen waren. Über alle Angebote der beteiligten Forstämter (Herrenberg, Rottenburg, Tübingen und Weil im Schönbuch) hinweg ergab sich eine Preissteigerung um 15 € je Festmeter auf durchschnittlich 233 € je Festmeter. Der Gesamtumsatz bei diesem Termin belief sich somit auf fast eine halbe Million € .

Den höchsten Preis erzielte ein Eichenstamm aus einem im Forstamt Rottenburg gelegenen Privatwald: Je Festmeter 625 €, für den gesamten Stamm 1493 €. Auch das Holz der verschiedenen Waldbesitzer aus dem Forstamt Weil im Schönbuch erreichte deutlich über den Vorjahresergebnissen liegende Preise: die Spanne reicht von 100 €/Festmeter bei einem Eschenstamm bis zu 535 €/Festmeter bei einer Eiche aus dem Stadtwald Holzgerlingen. Insgesamt erlösten die 117 Festmeter aus dem Forstbezirk Weil im Schönbuch rund 46000 € bzw. 397 € je Festmeter, wovon rund 24 Festmeter bzw. 10.270 € auf den Gemeindewald von Weil entfielen. Aus dem Gemeindewald stammt auch der stärkste Stamm, der es bei einem Durchmesser von 87 cm und einer Länge von 6 m auf einen Festgehalt von 3,57 Festmeter brachte. Der Erlös für diesen Stamm allein betrug 1767 €. Verglichen mit dem Vorjahresergebnis aus dem hiesigen Forstbezirk bedeutet dies einen Anstieg um 114 € je Festmeter bzw. um 40 %! Bei den Weilemer Hölzern waren allerdings die Stärke und Güte auch etwas besser als damals.

Wie in den Vorjahren waren auch bei diesem Termin Kunden aus Frankreich besonders an den Hölzern interessiert. Vom Gesamtangebot ersteigerte ein französischer Fasshersteller 30 % der Eichen, aus dem Forstamt Weil im Schönbuch gingen 50 % des Holzes an die französischen Kunden! Offensichtlich sind auch die Schönbuch-Eichen durchaus geeignet, französischen Spitzenweinen bei der Reifung im Holzfasszu ihrem ganz besonderen Barrique-Aroma zu verhelfen.

Wie solche Fässer hergestellt werden, kann man demnächst sogar bei uns im Wald erleben: Am 9. Mai, dem Vatertag, findet auf der Ponderosa (Waldjugendzeltplatz Jungviehweide) bei Waldenbuch ein großer Walderlebnistag statt. Mit diesem Waldfest beteiligt sich die Landesforstverwaltung an den Feierlichkeiten zum Landesjubiläum. Auf einem Waldparcours mit 17 Stationen und einem bunten Programm für die ganze Familie gibt es Unterhaltsames und Informatives über den Wald, seine Bedeutung und Pflege zu sehen - und ein Küfer wird auch ein Eichenfass bauen.

 
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