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01.08.2002
Waldbegang am 19. Juli 2002
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Vom Parkplatz der Weiler Hütte aus hat der Gemeinderat unter der Leitung der Vertreter des Staatlichen Forstamtes bei einem gemeinsamen Fußmarsch durch den Gemeindewald verschiedene Waldbilder im Distrikt V "Oberer Wald" in Augenschein genommen.

Mit der beliebten Erholungsrichtung "Zweites Häusle" wurde ein Erholungsschwerpunkt besichtigt, der das ganze Jahr über von vielen Besuchergruppen belegt wird. In diesem Jahr wird das "Zweite Häusle" einer Grundinstandsetzung unterzogen. Bänke, Tische, die beiden Feuerstellen, Seilbahn und zuletzt die Schutzhütte werden nach und nach von den beiden Gemeindeforstwirten Dorian Arnold und Hans Ottmüller erneuert, um den Erholungsverkehr nicht allzu stark zu stören. Die veranschlagten Kosten für die Gesamtmaßnahme liegen bei ca. 20.000 €. Vom Naturpark Schönbuch erhält die Gemeinde ca. 10.000 € an Fördermitteln. Ein wesentliches Problem stellen die hohen Kosten für die Abfallbeseitigung, insbesondere nach Wochenenden, dar.

Beim 2. Waldbild ging es um die Käferholznutzungen in der Folge vom Sturm "Lothar". Die erfolgreiche Strategie bei der Bekämpfung des Borkenkäfers im Vorjahr (Fallen-Monitoring, ständige Kontrolle der gefährdeten Bestände, rascher Einschlag und rasche Abfuhr) sowie die günstigen Witterungsverhältnisse in diesem Jahr lassen hier nach Aussage der Forstfachleute allen Unkenrufen zum Trotz kaum Käferholz im Gemeindewald Weil und den anderen Waldbesitzarten im Forstamt anfallen. Im Gemeindewald fielen in 2002 bislang insgesamt nur ca. 60 Fm Käferholz an. Im Vorjahr betrug die Käfermenge 960 FM.

Die Frage, wie es um den Gemeindewald nach "Lothar" bestellt ist und was für die nächsten Jahre an Nutzungsmöglichkeiten bleibt, war Thema der nächsten Station. Dem Sturm fielen insgesamt 15084 Festmeter Holz zum Opfer und auf 23,9 Hektar sind dadurch im Gemeindewald Kahlflächen entstanden. Auf ca. 1/3 der Sturmflächen kann auch künftig wieder Fichte als Hauptbaumart angebaut werden, die beiden anderen Drittel teilen sich Esche, Ahorn, Buche und Eiche. Seit Lothar sind bereits wieder 28 000 junge Bäume gepflanzt worden, davon 35 % Fichten, 25 % Eichen, und 36 % Eschen, Ahorne und Linden. Die Buche kommt überwiegend natürlich. Damit folgt der Vollzug der Wiederbewaldung den Vorgaben der Planung. Auch nach Lothar spielt die Fichte noch eine Rolle im Gemeindewald, langfristiges Ziel: 11 %, vor Lothar hatten wir 23 %.

Nutzungsmöglichkeiten in den nächsten Jahren sind vor allem in Durchforstungen zu finden, die im Jahrzehnt noch nicht bearbeitet wurden. Vorgesehen waren 244,6 Hektar Durchforstungen, bis Lothar kam waren ca. 55 % bearbeitet, in einigen Flächen sind auch zwei Eingriffe im Jahrzehnt geplante. Insgesamt sind im Jahrzehnt 30 100 Festmeter, davon nur 40 % (12000 Festmeter) Planmäßig, angefallen. Etwas über 18000 Festmeter waren kalamitätsbedingt. Insgesamt sind somit etwa 20 % mehr eingeschlagen als für die gesamte Laufzeit bis 2005 geplant waren. Dennoch sind bis dahin Nutzungen in Höhe von ca. 1000 Festmeter je Jahr möglich. Schwerpunkt sind Nadelbaum-, kiefer- und wie hier fichtengeprägte Bestände, daneben einige Laub-Baum- und Althölzer. Bei der 2005 neu festzusetzenden Planung aufgrund der dann auch neu zu erstellenden Inventur wird sich voraussichtlich wieder ein leichter Anstieg der Nutzungsmöglichkeiten ergeben.

Ein weiteres Thema war die Jagd im Gemeindewald. Angesprochen und besichtigt wurden die Anlegung von Wildäsungsflächen zur Unterstützung der Bejagungsmöglichkeiten beim Rehwild und die derzeitigen jagdlichen Verhältnisse insgesamt.

Beim 5. Waldbild wurde ein Alteichenbestand aus der ehemaligen Mittelwaldswirtschaft mit bis zu 200 Jahre alten Eichen angesteuert. Mit derzeit 14 % Flächen- und etwa ebensoviel Vorratsanteil ist die Eiche neben der Buche die wichtigste Laubbaumart im Gemeindewald. Langfristig wird ihr Anteil insgesamt gesehen auf etwa 20 % ansteigen.

Die Eichennachzucht im Gemeindewald ist auch betriebswirtschaftlich, nicht nur aus der ökologischen Gesamtbetrachtung heraus, sinnvoll. Insgesamt gelang im Gemeindewald gegenüber dem Vorjahr bei insgesamt besserer Qualität und stärkerer Dimension in der laufenden Saison ein Preisanstieg auf 119,55 €/Fm und damit eine Anhebung um 60 %.

Das 6. Waldbild sollte eine Antwort darauf geben, was man aus dem Sturm "Wiebke" gelernt hat. Auf einer Fläche von einem von "Wiebke" geworfenen Fichte-Bestand wurde 1991 auf ca. 1,3 ha Eiche mit Hainbuche und Winterlinde im Reihenverband gepflanzt und gegen Wildverbiss gezäunt. Auf den stark vernässenden Bereichen im Nordwesten (Blöse von 0,2 ha) wurde die Erle gebracht. Der Zaun wurde mittlerweile abgebaut und diese Flächen noch nachträglich mit einem Mantel von Buche umzogen. Für diese gelungenen Eichenfläche sieht die Planung noch in diesem Forsteinrichtungszeitraum einen Pflegeeingriff vor. Im Rahmen dieser Maßnahme sollen die Mischungsanteile korrigiert (Birke, Salweide) und die Protzen entnommen werden.

Eine Vielzahl von Baumarten (Rotfichte, Linde, Kirsche, Rosskastanie, Elsbeere, Vogelbeere....) finden die Spaziergänger entlang des Haubergweges vor. Die Waldfunktionenkartierung der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg weist das Waldgebiet um die Weiler Hütte nicht umsonst als Erholungswald der Stufe 1 aus.

Dass sich die Natur auch selbst hilft, wurde mit dem letzten Waldbild an zwei Beständen eindrucksvoll sichtbar. Orkan "Lothar" sorgte hier für insgesamt ca. 270 Fm Sturmholz. Nach Aufarbeitung des Sturmholzes präsentieren sich beide Flächen mit sehenswerten und teils gesicherten Naturverjüngungen.

Verabschiedung von Forstdirektor Hans-Peter Kopp

Anschließend an den Waldbegang hat Bürgermeister Andreas Brand zu einem Vesper in der Hütte der Stadtreitereiche eingeladen und bei dieser Gelegenheit seitens der Gemeinde den scheidenden Leiter des Weilemer Forstamtes, Forstdirekor Hans-Peter Kopp, verabschiedet, der nach neun Jahren ab 1. Dezember die Abteilung I der Forstdirektion in Tübingen leiten wird.

In seiner Laudatio hat der Bürgermeister die Qualitäten und Verdienste des "Forstmannes modernster Prägung" hervorgehoben, in dessen Zeit die Forstreform mit dem Tauziehen um den Sitz des Forstamtes, die Entstehung des Waldkindergartens, der Umbau und die Modernisierung des Forsthauses und vieles andere mehr gefallen ist. "Die Fortentwicklung des Forstamtes Weil im Schönbuch zu einer nachhaltig arbeitenden, wirtschaftlich denkenden, professionell handelnden und motiviert geführten Einrichtung ist Ihr Verdienst", sagte Herr Brand und weiter, "Sie haben die Anforderungen nach Lothar mit Bravour, Können und höchstem Einsatz gemeistert". Deshalb stehe das Weilemer Forstamt bei der Bewältigung dieser Aufgabe auch landesweit an der Spitze. Hans-Peter Kopp sei ein fachlich kompetenter Forstmann, geschätzt und geachtet bei seinen Mitarbeitern, anerkannt bei seinen Kunden, offen für alles Neue und eingebunden in das Leben und in die Gemeinde. Ihm könne keiner etwas vormachen.

Mit einem kleinen Geschenk hat Bürgermeister Andreas Brand an die schöne Zeit und daran erinnert, dass wir Forstdirektor Hans-Peter Kopp als angenehmen Zeitgenossen schätzen gelernt haben.

 

 
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