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08.02.2007 Veröffentlichungsdatum: 08.02.2007
20 Jahre Amphibienschutz am Segelbachbecken
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Bald wandern sie wieder, die Frösche, Kröten und Molche, im Weilemer Rathaus sind sie schon jetzt unterwegs.

Zu einer Ausstellung "20 Jahre Amphibienschutz am Segelbachbecken - 20 Jahre Begegnungen mit Kröten und Fröschen" im Eingangsbereich des Rathauses Weil lädt die BUND-Ortsgruppe alle Interessierten ganz herzlich ein. Besuchen kann man die Ausstellung bis zum 9. März 2007  während der allgemeinen Rathaus-Öffnungszeiten.

Seit über 20 Jahren betreut die BUND-Ortsgruppe Weil im Schönbuch die Amphibienwanderung am Segelbachbecken. Jedes Jahr im Frühjahr wurden Hunderte von Fröschen, Kröten und Molchen auf der Kreisstraße auf dem Weg zu den Laichplätzen überfahren.

So war die erste Lösung das zeitweise Sperren der Straße und das Aufstellen von mobilen Amphibienzäunen. Jede Nacht mussten Helfer zweimal die in Eimern gefangenen Tiere über die Straße tragen und so einen sicheren Weg zum See ermöglichen. Es wurde eifrig protokolliert, genau nach Art und Geschlecht getrennt, an manchen Abenden waren es Hunderte von Amphibien. Die Auswertungen gingen ans Landratsamt und als vor ungefähr zehn Jahren Geld für Ausgleichsmaßnahmen (wegen des Restmüllheizkraftwerks) zur Verfügung stand, wurden dauerhafte Tunnels unter der Kreisstraße mit Ableitzäunen gebaut. Die Nachtschichten der Ortsgruppe hatten ein Ende. Aber eine ganz besondere Verbindung zu den Fröschen, Kröten und Molchen ist geblieben.

Immer noch führt der BUND Stichproben durch, um die Entwicklung der Populationen weiter zu verfolgen. Jedes Jahr bieten Mitglieder auch Führungen für Schulklassen und interessierte Gruppen an. Dabei machen viele ihre erste Bekanntschaft mit Amphibien und müssen feststellen, dass diese Tiere in Wirklichkeit gar nicht eklig oder glitschig sind. Wer einmal in die tollen bronzefarbenen Augen einer Kröte oder eines Frosches geschaut hat, wird das sicher bestätigen und vielleicht auch an den Froschkönig denken.

Demnächst ist es wieder so weit, wenn über längere Zeit frostfreies Wetter ist, die Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad liegen und es feucht ist, kommen sicher bald die ersten Frösche aus ihren Winterquartieren. Interessant ist dann auch, wie sich das Wanderungsverhalten nach so einem milden Winter entwickelt.

 
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