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19.11.2007 Veröffentlichungsdatum: 19.11.2007
Bahnübergang am Friedhofstäffele
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Die Bahnübergänge der Schönbuchbahn sind seit 2004 ein Thema in der Gemeinde. Der Landesbevollmächtigte für Bahnaufsicht (LBF) ist verantwortlich für die Sicherheit der Schienenwege und verpflichtete den Zweckverband Schönbuchbahn als Betreiber aufgrund verschärfter Sicherheitsvorschriften zu Änderungen an fast allen Bahnübergängen der Schönbuchbahn. Ziel der Änderungen ist es, hauptsächlich für Fußgänger die Sicherheit zu erhöhen. Bis zur Umsetzung muss an den Bahnübergängen entweder langsam gefahren und akustisch gewarnt (gehupt) werden oder der Übergang muss geschlossen werden. Weil das Hupen der Schönbuchbahn für die Anlieger unzumutbar war, wurde im Dezember 2004 das Friedhofstäffele gesperrt.

Nachdem der Zweckverband Schönbuchbahn das Ingenieurbüro TSI mit der Planung der notwendigen Maßnahmen beauftragt hatte, wurden im Herbst 2007 die Gemeinden entlang der Schönbuchbahn über die Planungsergebnisse informiert. An den meisten Übergängen genügen einfache Umbauten oder Verkehrsanordnungen für die Fußgänger und Autofahrer. Am Übergang Friedhofstäffele ist wegen der schlechteren Einsehbarkeit und des Kurvenverlaufs der Schienen ein besonders aufwändiger Übergang mit sich selbständig öffnenden und schließenden Beschrankungen notwendig. Der ca. 280.000 EUR kostende Umbau des Übergangs, wovon die Gemeinde den größten Anteil übernehmen müsste, würde umfangreiche Bau- und Sicherungsmaßnahmen erfordern und an dieser Stelle die Straßenbreite verengen. Bei jeder Vorbeifahrt würde das Öffnen und Schließen der Schranken deutlich wahrnehmbare akustische und optische Signale auslösen.

Vor der Entscheidung des Gemeinderats über die Durchführung dieser Maßnahme oder die Schließung des Friedhofstäffele wurde für den 07. November zu einer Bürgerversammlung zu diesem Thema eingeladen. Ziel der Bürgerversammlung war auch, für die Entscheidung des Gemeinderats ein Meinungsbild der direkt betroffenen Anlieger zu erhalten.

Etwa 50 Einwohnerinnen und Einwohner wurden zunächst von der Gemeindeverwaltung und dem planenden Ingenieurbüro TSI über die Gründe für diese Anordnung des Landesbeauftragten für das Bahnwesen, über die technische Umsetzung und über die Kosten informiert. Bürgermeister Wolfgang Lahl teilte mit, dass nach heutigem Stand die Schließung des Friedhofstäffele wahrscheinlich ist.

In der anschließenden regen, aber sachlich geführten Diskussion wurde von mehreren Anliegern ihr Unverständnis über die Forderung des LFB und über die eventuelle Schließung des Friedhofstäffele geäußert. Verwiesen wurde auf die lange Tradition dieser Wegeverbindung in den Schönbuch und auf die Wichtigkeit für die Anlieger in der Röte.

Von Anliegern wurden verschiedenste Alternativvorschläge gemacht, die vom „So lassen wie es ist und das Stäffele wieder aufmachen" über eine Steg- oder Tunnellösung bis zum Vorschlag, die Schönbuchbahn dort so langsam fahren zu lassen, dass die aufwändige Sicherung des Übergangs nicht notwendig ist, reichten.

Die Gemeindeverwaltung und das Büro TSI legten dar, dass der Vorschlag, alles beim Alten zu lassen, aus rechtlichen Gründen und aus Haftungsgründen nicht möglich ist. Eine Tunnel- lösung scheitert an den nochmals deutlich höheren Kosten und an dem hohen Platzbedarf. Dazu müssten Privatgrundstücke beansprucht werden. Dasselbe gilt für einen Steg über die Gleise in direkter Verlängerung der Treppen.

Auch für die Alternative, die Schönbuchbahn langsam fahren zu lassen, sahen Gemeindeverwaltung und das Büro TSI keine realistische Chance. Denn das Ziel des Zweckverbands Schönbuchbahn ist, auf den vom LFB angeordneten Langsamfahrstrecken wieder mit normaler Geschwindigkeit fahren zu können. Eine schnelle und pünktliche Schönbuchbahn mit passendem Anschluss an die S-Bahn nach Stuttgart und Herrenberg ist für Bürgermeister Wolfgang Lahl die wichtigste Voraussetzung für den weiteren Erfolg der Schönbuchbahn.

Ein eindeutiges Meinungsbild konnte auch zum Ende der 2-stündigen Bürgerversammlung nicht gewonnen werden, denn es gab sowohl Befürworter, das Friedhofstäffele notgedrungenermaßen mit den Konsequenzen dieses Übergangs wieder zu öffnen als auch viele Stimmen, die die regelmäßigen akustischen und optischen Signale des Übergangs als unzumutbar betrachteten.

In der Gemeinderatssitzung am 13. November wurde dieses Thema kontrovers diskutiert, aber noch keine Entscheidung getroffen. Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich, vor der endgültigen Entscheidung noch eine Steglösung zu untersuchen, bei der ein Steg von den Treppen aus in östlicher Richtung über die Schienen geführt wird. Dieses Thema wird also im Gemeinderat nochmals beraten werden.

 

 

 
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