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10.01.2008 Veröffentlichungsdatum: 10.01.2008
Grundsteuer

Das Steueramt informiert:

GRUNDSTEUER 

Bei der Festsetzung der Grundsteuer gibt es in diesem Jahr eine Neuerung. Die Grundsteuer wird durch öffentliche Bekanntmachung im Mitteilungsblatt festgesetzt. Durch diese Änderung kann die Gemeinde einen erheblichen Betrag für das Erstellen und Zustellen der Grundsteuerbescheide einsparen. Alle Steuerpflichtigen, bei denen sich im vergangenen Jahr nichts geändert hat, erhalten keinen neuen schriftlichen Grundsteuerbescheid mehr. Der letzte zugestellte Grundsteuerbescheid ist weiterhin gültig, bis eine Änderung, beispielsweise im Steuerbetrag oder bei einem Eigentumswechsel, eintritt und deshalb sorgfältig aufzubewahren.

Immer wieder stellt sich die Frage

Habe ich Grundsteuer zu entrichten, obwohl ich mein Grundstück verkauft habe?

Die Antwort heißt „ja" und wir möchten Ihnen hierzu einige Erläuterungen geben:

Die Grundsteuer wird für ein Kalenderjahr nach den Verhältnissen zu Beginn dieses Kalenderjahres erhoben (Stichtagsprinzip). Dies bedeutet, dass Änderungen während des Kalenderjahres sich erst für die Grundsteuer des nächsten Jahres auswirken können. Der Wechsel des Eigentums am steuerpflichtigen Grundbesitz während des Jahres führt also erst mit Beginn des Folgejahres zu einem Wechsel in der Steuerschuldnerschaft. Nach dem Grundsteuergesetz ist derjenige Steuerschuldner, dem der Steuergegenstand bei der Feststellung des Einheitswertes zugerechnet ist. Die Feststellung des Einheitswertes und die Fortschreibung bei Eigentumswechsel erfolgt durch das Finanzamt jeweils zum 01.01. des auf den notariellen Vertragsabschluss folgenden Jahres und wird vom Finanzamt teilweise erst nach mehr als einem Jahr nach dem Grundstücksverkauf vorgenommen. Das bedeutet, dass die von der Gemeinde erhobene Grundsteuer solange bezahlt werden muss, bis die Fortschreibung seitens des Finanzamtes auf den Käufer erfolgt ist und der gegen den Verkäufer ergangene Einheitswertbescheid aufgehoben wurde.

Beispiel:

Ein Haus- bzw. Grundstückseigentümer schließt am 15. August 2007 einen notariellen Kaufvertrag mit seinem Käufer ab. Die Fortschreibung durch das Finanzamt erfolgt jedoch erst am 10.04 2008 rückwirkend zum 01.01.2008.

Damit ist der Verkäufer erst mit Wirkung vom 10.04.2008 von der Zahlungspflicht entbunden. Die vom 01.01.2008 bis 10.04.2008 zuviel entrichtete Grundsteuer wird nach Aufhebung des Grundsteuerbescheides von der Gemeinde zurückerstattet.

Die Grundsteuer für 2007 ist noch im ganzen von dem Verkäufer an die Gemeinde zu entrichten, da die im Kaufvertrag getroffenen privatrechtlichen Vereinbarungen nicht das öffentliche Recht berühren, sondern nur den Käufer und Verkäufer binden.

 
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