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26.05.2011 Veröffentlichungsdatum: 26.05.2011
Gleisgeschichten - Die Schönbuchbahn wird 100
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Zum 100jährigen Jubiläum der Schönbuchbahn wurde eine Wanderausstellung konzipiert, die in den nächsten Wochen im 1. OG des Rathauses besichtigt werden kann. Beinahe 50 Gäste haben am letzten Freitag, den 20. Mai 2011, an der Ausstellungseröffnung teilgenommen.

Bürgermeister Wolfgang Lahl ging in seiner Begrüßung auf die Bedeutung der Schönbuchbahn in der Vergangenheit und in der Zukunft ein. „Unverzichtbar und nicht mehr wegzudenken" so der Bürgermeister, sei die Bahn für die Gemeinden entlang der Bahnlinie. Um den steigenden Anforderungen entsprechen zu können und um die Erfolgsgeschichte der Schönbuchbahn fortschreiben zu können muss die Bahn elektrifiziert werden, so die Aussage des Bürgermeisters, der die Landesregierung dazu aufforderte, dieses Ziel tatkräftig zu unterstützen.

Die Kreisarchivarin Dr. Helga Hager und Dr. Ulrich Hägele von der Uni Tübingen haben die Ausstellung zusammengetragen und konzipiert. Dr. Hager berichtete über die Anfänge und die wechselhafte Geschichte der Schönbuchbahn.

„1901 brodelte es in den Schönbuchgemeinden" teilte Dr. Hager mit, weil der schon lange geplante Bau der Schönbuchbahn erneut zurückgestellt wurde. Damals war der Anschluss an das Schienennetz gleichbedeutend mit dem Anschluss an die Welt. Der dringende benötigte Zugang der heimischen Landwirtschaft und des Handwerks zu Kunden außerhalb der unmittelbaren Nachbarschaft war zu einer Frage der wirtschaftlichen Existenz geworden.

10 Jahre später, nach langem Ringen und nach einer Petition an den Landtag war das Ziel erreicht. Am 15. Oktober 1910 fuhr der erste Zug auf der Schönbuchbahn. Ein Dreivierteljahr später war die Streckenführung bis nach Dettenhausen komplett.

Die neue Schienenverbindung sollte sich schnell als Segen und als großer Vorteil für die Einwohnerschaft, für Landwirtschaft und das Gewerbe zeigen. Mit 1.121 Monatskarten in den ersten Monaten hatten die Verantwortlichen nicht gerechnet. Arbeiten und Schulbesuch waren jetzt auch in Böblingen oder Stuttgart möglich. Der Güterverkehr auf der Schiene ließ jetzt die Ansiedlung großer Betriebe zu.

Die Zunahme des Individualverkehrs in den 50er und 60er Jahren und die Konkurrenz durch Omnibusse machten der Schönbuchbahn sehr zu schaffen. 1965 wurde die ausschließliche Personenbeförderung eingestellt. Nur noch Güterzüge und auch diese nur noch selten nutzen den Schienenweg.

Ein Glücksfall und der Weitsicht der damals Verantwortlichen zuzuschreiben war es, dass die Schienen dennoch nicht abgebaut wurden. 1996 konnte die Schönbuchbahn, nach engagiertem Kampf für die Wiederinbetriebnahme, wieder fahren.

Der Medienwissenschaftler Dr. Ulrich Hägele erläuterte im Anschluss das Konzept der Ausstellung. Der Schwerpunkt der Exponate liegt auf dem Alltagsbetrieb der Bahn und auf der täglichen Nutzung durch die Fahrgäste. Die Bandbreite der Ausstellungsstücke reicht von groß und schwer, wie bei einem originalen Schienenstück der ersten Gleise bis zu klein und leicht, wie bei einer Wochenkarte, die damals noch mit einer Fotografie der ganzen Person versehen und in einem Blechrahmen gefasst war.

Ein herzlicher Dank, so beide Ausstellungsmacher übereinstimmend, muss an die vielen Zeitzeugen gerichtet werden, die sich interviewen ließen und die die meisten Ausstellungsstücke zur Verfügung stellten.

Die Wanderausstellung zum Jubiläum der Schönbuchbahn wird ergänzt durch eine umfangreiche Ausstellung von Modellbahnlokomotiven und -eisenbahnwagen im Erdgeschoss des Rathauses. Sie wurden von unserem Mitbürger Otto Huth für die Dauer der Ausstellung zur Verfügung gestellt, wofür wir an dieser Stelle herzlich danken.

Die Ausstellung kann während der normalen Rathausöffnungszeiten und nach Vereinbarung (07157 / 1290-44) besichtigt werden.

 
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