Home > Aktuelles > Verabschiedung des ersten Beigeordneten Eberhard Brodbeck (07.01.2013)

07.01.2013 Veröffentlichungsdatum: 07.01.2013
Verabschiedung des ersten Beigeordneten Eberhard Brodbeck
Bild Nr. 1 in voller Auflösung anzeigen
[1] (80 kB - 550x576 Pixel)
Bild Nr. 2 in voller Auflösung anzeigen
[2] (82 kB - 550x548 Pixel)

Am 11. Dezember wurde der Kämmerer und erste Beigeordnete Eberhard Brodbeck in den Ruhestand verabschiedet. Etwa 30 Wegbegleiter aus der Weilemer Zeit des Kämmerers waren anwesend bei dieser Verabschiedung. Dem Wunsch von Herrn Brodbeck entsprechend fand die Verabschiedung nach der letzten Gemeinderatssitzung 2012 statt, deren Hauptthema passenderweise der Haushaltsplan 2013 war.

Bürgermeister Wolfgang Lahl würdigte die Leistungen des ausscheidenden Kämmerers mit anerkennenden Worten und brachte seine Wertschätzung für dessen Arbeit in über 21 Jahren bei der Gemeinde zum Ausdruck. Seine Verabschiedungsrede begann er mit einem Zitat aus dem Zwischenzeugnis der Gemeinde Schönaich vom Juni 1986:

„Seine korrekte Arbeit und seine engagierte Arbeitsweise sind bei der Führung der Verwaltung und beim Gemeinderat gleichermaßen geschätzt. Sein Auftreten gegenüber Vorgesetzten ist stets korrekt und von Sachlichkeit geprägt. Für den Fall seines Ausscheidens würde die Gemeinde Schönaich einen wertvollen Mitarbeiter und Kollegen verlieren. Für sein Interesse an einem beruflichen Aufstieg haben wir vollstes Verständnis."

Diesem Zeugnis sei (bis auf den letzten Satz) auch heute nichts hinzuzufügen.

Nach einem Rückblick auf das weite, originäre Aufgabenfeld als Kämmerer ging der Bürgermeister auf die Aufgaben ein, die nicht in das Ressort des scheidenden Kämmerers fielen und die hauptsächlich während der verschiedenen Vakanzen im Ortsbauamt anfielen, wie zum Beispiel das WeilerSportZentrum, die Sanierung des Badstübles mit intensivstem handwerklichen Einsatz oder auch ganz aktuell die Sanierung der Rötebrücke und Inbetriebnahme der Mensa.

An vielen Stellen habe der erste Beigeordnete die Gemeinde geprägt und positiv verändert - und dies weit über dem normalen Einsatz und weit über den vorgesehenen 41 Stunden pro Woche, wofür herzlich zu danken sei.

In seinem Kerngeschäft habe er die Kämmerei stets fest im Griff gehabt und mit Beharrlichkeit und mit dem klaren Blick auf die Wirtschaftlichkeit den erfolgreichen Konsolidierungskurs des Gemeindehaushalts mitbestimmt. Die Senkung der Schulden im Kernhaushalt von ca. 4,2 Mio. Euro Anfang 2000 auf heute ca. 1,8 Mio. Euro ist im Wesentlichen sei auch sein Verdienst, ebenso wie der Anstieg der Rücklagen auf 5,3 Mio. Euro. Die Gemeinde sei dadurch handlungsfähig.

Das Vertrauen, das er im Gemeinderat und in der gesamten Verwaltung genieße habe er sich erarbeitet und es wurde zu Recht entgegengebracht.

Einen großen Anteil in der Verabschiedungsrede des Bürgermeisters hatte die Rolle des Kämmerers als Kollege und die private Seite einer Tätigkeit in einer Gemeindeverwaltung. Denn man verbringe in einer leitenden Position weit mehr Zeit im Betrieb, als im Privatleben und so seien es die persönlichen Dinge, die für ihn auch zählen.

Bei mancher Radtour habe er staunend und stöhnend die Kondition und das Durchhaltevermögen des passionierten Fahrradfahrers bewundert. Pausen gab es nur dort, wo es auch ein gutes Bier gab und genau diese Kombination sei es, die den Kämmerer ausmache. Auch zum gemeinsamen Skifahren oder der Leidenschaft für Fußball gebe es Einiges zu sagen und viele gemeinsame Ausfahrten, die noch lange in Erinnerung blieben.

Am Ende dieses Jahres verliere die Gemeinde wahrlich eine Führungspersönlichkeit im Rathaus, die das Leben der Gemeinde positiv begleitet hat und die Gemeindeverwaltung ganz entscheidend mitgeprägt hat. Die Gemeinde Weil im Schönbuch bedankt sich für Ihren außerordentlichen Einsatz über mehr als 21 Jahre.

Ganz persönlich dankte der Bürgermeister für die Unterstützung und für die Erleichterung des  Starts vor gut 8 Jahren in der Gemeinde und in der Verwaltung. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit habe er sehr schätzen gelernt und werde diese auch vermissen.

Für die Zukunft wünschte er dem künftigen Ruheständler viel Zeit für die vielen Hobbys und immer soviel Kondition und Muße, dass alle Eindrücke richtig genossen werden können.

Zum Abschluss übergab der Bürgermeister als Abschiedsgeschenk der Gemeinde einen Gutschein für einen Aufenthalt im Sankt Florian in Titisee-Neustadt, verbunden mit der Aufforderung,  immer wieder im Rathaus vorbeizuschauen und der Gemeinde auch weiterhin wohl gesonnen zu bleiben.

Das letzte Wort hatte der scheidende Kämmerer und Beigeordnete. Zu Beginn ging er auf die Arbeitsumstände zu Beginn seines Berufslebens im Jahr 1972 ein, wo die Buchhaltung noch per Hand geführt wurde und es ein kleines Kopiergerät für das ganze Rathaus gab. Seit damals habe sich die Arbeitsweise in einer Gemeindeverwaltung komplett geändert. Im Nachhinein sei es ein Glücksfall gewesen, dass er bei seinem Beginn in Weil im Schönbuch weitgehend auf sich gestellt war, denn so konnte er sein eigenes System einführen und umsetzen.

Mit einigen Beispielen erinnerte er an einige besonders markante Vorhaben und Ereignisse in den vergangenen 21 Jahren wie der Umbau des alten Rathauses, den bau der Seniorenwohnanlage Seegärten, die Reaktivierung der Schönbuchbahn, die beiden Gewerbegebiete Lachental und Sol, 11 neue Wohnbaugebiete, den bau des WeilerSportZentrums, die Schulerweiterung in Weil und die Sanierung der Breitensteiner Schule und Halle, den Gemeindeentwicklungsplan und viele Investitionen in den Tiefbau. Die von ihm erstellten Haushalte hatten ein Volumen von zusammen 450 Mio. Euro, in denen Baumaßnahmen für ca. 50 Mio. Euro umgesetzt wurden.

Mit Sorgen blicke er auf die Ausgabenentwicklung im sozialen Bereich und bei der Kinderbetreuung, in der sich die Ausgaben zwischen 2000 uns heute mit 2,7 Mio. Euro beinahe verdoppelt haben.

Heute könne er sagen, immer gerne und motiviert zur Arbeit gegangen zu sein. Dafür seien die stets ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den drei Bürgermeistern und dem Gemeinderat und die Ehrlichkeit im Umgang miteinander ausschlaggebend gewesen. Dank gebühre auch der Weilemer Bürgerschaft, die immer direkt und ehrlich gewesen sei. Hier wusste man immer schnell, woran man war, auch wenn es naturgemäß öfters unterschiedliche Standpunkte gab.

Einen besonderen Dank richtete der Kämmerer an die Belegschaft im Rathaus für die gute Zusammenarbeit.

Der jetzt anstehende Ruhestand, so schloss der Kämmerer, sei kein Zeichen der zuviel werdenden Arbeit, sondern es gehe jetzt darum, den Ruhestand bei guter Gesundheit zu beginnen und zu nutzen.

Mit einem ausdrücklichen Dankeswort an die Anwesenden und an die Belegschaft des Rathauses schloss der Kämmerer seine Abschiedsrede. Nach diesem offiziellen Empfang konnten sich die Anwesenden, darunter auch die ehemaligen Bürgermeister Paul Mast und Andreas Brand, über die vergangenen 21 Jahre austauschen.

 

 
3008 Zugriffe, zuletzt am 29.04.2017, 20:53:39