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05.03.2015 Veröffentlichungsdatum: 05.03.2015
Soziales Engagement für Jung und Alt in der Gemeinde Weil im Schönbuch
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Das ehrenamtliche Engagement hat in einer Gemeinde einen nicht zu überschätzenden Stellenwert. Aus diesem Grund luden das Seniorenforum Weil im Schönbuch, der Kreisseniorenrat Böblingen, der Landkreis Böblingen und die Gemeinde Weil im Schönbuch am Mittwoch in der vergangenen Woche ein zu einem Abend, der sich mit dem sozialen Engagement für Jung und Alt in unserer Gemeinde befasste.

In seiner Begrüßung der ca. 45 Gäste betonte Bürgermeister Wolfgang Lahl, dass sich das Engagement in unserer Gemeinde im Wesentlichen auf zwei Säulen stützt. Einen immens wichtigen Anteil haben die über 60 Vereine und die Institutionen wie zum Beispiel die Kirchengemeinden. Das neu geschaffene Seniorenforum mit seinem außerordentlich engagierten Leitungsteam arbeitet projektorientiert und brachte den Vorschlag auf, in der Gemeinde einen ehrenamtlichen Besuchsdienst einzurichten.

Denn eine immer wichtiger werdende Frage ist, wie einsame ältere Menschen in unserer Gemeinde erreicht und angesprochen werden können. Die Erfahrung zeige zudem, so der Bürgermeister, dass sich ehrenamtliches Engagement für Andere auch für sich selber lohnt, denn damit seien Bestätigung und Anerkennung verbunden.

Der Abend war in Informationsblöcke zu den Themen „Ehrenamtliche Besuchsdienste, Nachbarschaftshilfe und Ehrenamtliche Hilfe im Pflegeheim Haus Martinus“ gegliedert. Den Anfang machte jedoch Dr Horst Nebelsieck, der in einem Impulsvortrag die historische Entwicklung ehrenamtlicher Tätigkeiten und die aktuellen Auswirkungen von ehrenamtlichem Engagement beleuchtete.

In seinem Exkurs ging Doktor Nebelsieck auf die historische Entwicklung seit der Antike über das Mittelalter und die industrielle Revolution bis in die heutigen Tage ein. Das markante Merkmal ehrenamtliche Arbeit, so der Vortragende, sei die Freiwilligkeit, die mit einer „Zeitspende“ vergleichbar ist. Zwischen 17 und 23 Millionen Menschen engagieren sich ehrenamtlich in Deutschland und erbringen dabei Leistungen im geschätzten Wert von etwa 75 Milliarden € jährlich.

Dabei müsse aber gefragt werden, ob ehrenamtliches Engagement die soziale Verantwortung des Staates ersetzen könne bzw. solle. Auffällig sei, dass ehrenamtliches Engagement in wohlhabenden Ländern viel weiter verbreitet ist als in Ländern, denen es nicht so gut geht. Ein generelles Problem kann entstehen, wenn arbeitsmarktnahe Tätigkeiten ausgeübt werden und so ein ehrenamtlicher Ersatz für bezahlte Tätigkeiten entsteht.

Das typische Element ehrenamtliche Arbeit in unseren Gemeinden sei, dass „junge Alte“ den „alten Alten„ helfen. Dabei wird regelmäßig festgestellt, dass mit dieser ehrenamtlichen Unterstützung Freude an der Tätigkeit und persönliche Zufriedenheit einhergehen. Letztendlich kann durch Hilfe für andere das eigene Leben bereichert werden.

Die Vorsitzende des Seniorenforums, Frau Brigitte Schick, dankte Doktor Nebelsieck herzlich für seinen herausragenden Vortrag, der eine wertvolle Einleitung in die konkreten Aufgaben in der Gemeinde Weil im Schönbuch sei.

Im Anschluss stellte zunächst Manfred Koebler vom Kreisseniorenrat dessen Aufgaben vor und betonte, dass die Einsamkeit älterer Menschen ein Thema ist, welches immer bedeutender wird. Dabei gibt es unterschiedliche Ursachen wie zunehmende körperliche Einschränkungen oder die ebenfalls zunehmende Altersarmut. Aus diesem Grund befasst sich der Kreisseniorenrat schon seit längerem mit der Schaffung von Besuchsdiensten und ist auch bereit, die Besuchsdienste in Weil im Schönbuch zu unterstützen.

Im Anschluss ging Manfred Koebler auf die bereits vorhandenen Besuchsdienste in der Gemeinde ein und stellte im Zwiegespräch mit den Vertreter der Besuchsdienste (Margret Lasi, Josefine Stauch, Renate Gutbrod) die besonderen Merkmale dar. Auf diese Weise erhielten die Gäste des Informationsabends wertvolle und für manche sicherlich neue Informationen über die Besuchsdienste der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde und auch der IAV-Stelle, die regelmäßig demente Menschen besucht.

Birgit Gehring und Heide Warmbold berichteten über die Unterstützung durch die Altenhilfefachberatung des Landkreises Böblingen und des ehrenamtlichen Besuchsdienstes im Landkreis. Der rote Faden in allen Aussagen war, dass es wichtig sei, bei diesen Besuchen die persönlichen Sorgen und Anliegen zurückstellen zu können und dass eine Möglichkeit zum  Austausch mit anderen Besuchenden große Bedeutung hat.

Die nächsten Interviewpartner von Herrn Koebler waren die Vertreterinnen der Nachbarschaftshilfe und der ehrenamtlichen Hilfe im Pflegeheimhaus Martinus. Frau Andrea Kopp und Frau Helga Wirsching berichteten aus ihren jahrelangen Erfahrungen in der Leitung der Nachbarschaftshilfe und betonten, dass es nicht wichtig sein, in welchem zeitlichen Umfang sich jemand einbringen möchte. Wichtig ist dagegen die Verlässlichkeit, da die Einsätze der Nachbarschaftshilfe eine durchgehende Regelmäßigkeit voraussetzen.

Zum Einsatz der Ehrenamtlichen im Pflegeheim Haus Martinus berichteten Özlem Ulu, die Leiterin des Pflegeheims Haus Martinus und Eugen Notter. Frau Ulu betonte, dass die vielen Helferinnen und Helfer aus den Reihen des Freundeskreises für das Pflegeheim für die Bewohnerinnen und Bewohner eine deutliche Steigerung der Lebensqualität bedeuten. Immer wieder sei aber festzustellen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner den Ehrenamtlichen auch viel zurückgeben. Es sei ein gutes Zeichen, wie sich die Bewohner/-innen freuen, wenn die Helferinnen und Helfer ins Haus kommen.

Eugen Notter ging im Anschluss auf die verschiedenen Tätigkeitsfelder der Hilfe im Haus Martinus ein. So gibt es Gruppen die Musizieren, die Vorlesen, die Spaziergänge begleiten, die bei der Vorbereitung von Veranstaltungen helfen und bei der Einnahme von Mahlzeiten und vieles mehr. Besonders bei der Hilfe beim Einnehmen der Mahlzeiten sei Unterstützung dringend notwendig. Die Mitgliedschaft im Freundeskreis für das Haus Martinus ist dabei keine Voraussetzung, um mitzuwirken.

Zum Abschluss des offiziellen Teils des Abends ging Brigitte Schick auf das Flugblatt des Seniorenforums zum Besuchsdienst in der Gemeinde ein, welches in der letzten Woche zusammen mit dem Mitteilungsblatt verteilt wurde. Sie erläuterte die Zielsetzungen und die geplante Vorgehensweise und forderte dazu auf, sich entweder bei den Mitgliedern des Seniorenforums oder direkt bei der Gemeindeverwaltung (Frau Entenmann, Tel. 071571290- 49) zu melden. Anrufe sind sowohl erwünscht, wenn jemand Besuche leisten möchte als auch wenn jemand Besuch erhalten möchte.

Nach dem offiziellen Teil des Informationsabends ergaben sich intensive Gespräche zu den drei vorgestellten Bereichen und auch erste Vereinbarungen zur Kontaktaufnahme.

Der erste Termin für die Organisation des Besuchsdienstes über das Seniorenforum wird am Freitag, den 20. März 2015, um 14:30 Uhr im Rathaus Neuweiler stattfinden. Zu diesem Auftaktgespräch lud die Vorsitzende des Seniorenforums alle Anwesenden herzlich ein.

Bei den anschließenden Gesprächen ergaben sich viele Möglichkeiten, über die gewonnenen Eindrücke zu diskutieren und auch gleich ins Gespräch zu kommen, ob man sich selber eine Beteiligung vorstellen könne.

Wer nun Interesse bekommen hat, sich einzubringen, dem stehen folgende Kontaktpersonen zur Verfügung:

·         Ehrenamtlicher Besuchsdienst: Brigitte Schick (Seniorenforum): Tel. 07031677201 oder Gudrun Entenmann (Gemeindeverwaltung) Tel. 071571290-49

·         Hilfe im Haus Martinus: Eugen Notter, Tel. 07157 61371

·         Nachbarschaftshilfe: Andrea Kopp, Tel. 07157537890

 

 

 

 

 

 

 
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