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18.11.2015 Veröffentlichungsdatum: 18.11.2015
Gedenkfeier zum Volkstrauertag
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Im Zeichen des vor 70 Jahren zu Ende gegangenen 2. Weltkriegs und der aktuellen Ereignisse im Nahen Osten, die zur der hohen Anzahl der zu uns kommenden Menschen auf der Flucht geführt haben, stand die Gedenkfeier zum Volkstrauertag am vergangenen Sonntag.


“Vor 70 Jahren endete der zweite Weltkrieg und seit 70 Jahren haben wir Frieden in Mitteleuropa. Heute gedenken wir der Opfer von Krieg und Gewalt“, so begann Bürgermeister Wolfgang Lahl seiner Rede und erinnerte an die 55 Millionen Tote im zweiten Weltkrieg. „Dieses unsagbare Leid, an das auch die Erinnerungstafeln an der Martinskirche und der Gedenkstein für Flüchtlinge und Heimatvertriebene erinnern, darf sich nicht wiederholen. Wir müssen alles daran setzen, dass ein derartiges Unrecht nicht noch einmal geschehen kann“.

Am Volkstrauertag erinnert man sich auch an die Opfer aus aktuellen Kriegsgebieten und an die Opfer von Terror und Gewalt in dieser Welt, sagte der Bürgermeister und schlug den Bogen zu den derzeit zu uns kommenden Flüchtlingen und zu den schrecklichen Ereignisses in Paris am Freitagabend zuvor. „Die zu uns kommenden Menschen verlassen ihre Heimat sicher nicht freiwillig auf und geben nicht freiwillig alles was sie haben aufm um zu uns zu kommen. Es ist eine mitmenschliche Verpflichtung, diesen Opfern von Krieg und Gewalt zuallererst Unterbringung in unserer Gemeinde zu verschaffen. Wenn alle unsere eigenen Plätze belegt sind und auch der Landkreis die geplanten 140 Menschen zu uns bringt, sind das nicht einmal 3 % der Bevölkerung in der Gemeinde. Und das schaffen wir.“

Dankbarkeit gebühre dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe für seinen unendlich wichtigen ehrenamtlichen Einsatz. Ohne diese Unterstützung sei die wichtigste Aufgabe überhaupt, die Integration in unsere Gesellschaft, nicht zu bewältigen.

Bürgermeister Wolfgang Lahl erinnerte an die weit mehr als 100 Opfer des Anschlags am vergangenen Freitag in Paris. „Jedwede Art von Gewalt, extremistischer Glaubensausübung und Unterdrückung Andersdenkender darf nicht toleriert werden und darf auch keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.“

Zum Abschluss seiner Rede forderte der Bürgermeister dazu auf, Verantwortung zu übernehmen für unser Einstehen für Freiheit und Demokratie und dafür, wehrhaft zu sein und denen zu danken, die heute in unserer Welt der Spannungen und Konflikte für die Verteidigung der Freiheit in Frieden einstehen. „Verantwortung übernehmen für ein friedliches Europa, für eine Willkommenskultur bei der großen Aufgabe der Unterbringung von Flüchtlingen, für friedliches, tolerantes Miteinander in unserem Land und in der Nachbarschaft, bis hinein in die Familien.“

Nach dem traditionellen Totengedenken und der Kranzniederlegung am Ehrenmal an der Martinskirche intonierte der Musikverein das 1809 von Ludwig Uhland gedichtete und von Friedrich Silcher vertonte traditionelle Musikstück „Ich hatt` einen Kameraden“ und schloss mit einem Choral die Gedenkfeier zum Volkstrauertag ab.

 

 
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