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21.01.2016 Veröffentlichungsdatum: 21.01.2016
Neujahrsempfang 2016 im Turnerheim
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Am Sonntag, den 17. Januar 2016 war das Turnerheim trotz des kurz vorher aufgetretenen heftigen Schneefalls beinahe voll besetzt. Vor dem Neujahrsempfang hielten die evangelische und katholische Kirchengemeinde gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst ab, der das Thema Trost, Begleitung und Mitgefühl in den Mittelpunkt rückte.

Die Bundes- und Landespolitik waren mit den Abgeordneten Richard Pitterle (MdB), Paul Nemeth (MdL) und Florian Wahl (MdL) repräsentiert. An die Adresse der Bundespolitik gerichtet sagte Bürgermeister Wolfgang Lahl die Unterstützung der Gemeinde Weil im Schönbuch bei der anstehenden Neuordnung der Wahlkreise zu, damit unsere Gemeinde im Wahlkreis Böblingen bleibt.

An das Land Baden-Württemberg gerichtet waren die beiden Bitten, die  Elektrifizierung der Schönbuchbahn durch die finanzielle Unterstützung beim Kauf der neuen Züge zu fördern und die Aufnahme unseres neuen Sanierungsgebietes in das Landessanierungsprogramm zu unterstützen.

Bürgermeister Wolfgang Lahl ging in seinem Rückblick zunächst auf das ehrenamtliche Engagement in unserer Gemeinde ein und würdigte die über 60 Vereine und Institutionen als wichtige Bestandteile des kulturellen und sportlichen Lebens in unserer Gemeinde. Stellvertretend für die vielen Engagierten griff er noch einmal die Ehrenamtspreisträger 2015 auf (Gabriele Eisele, Ute Augustin, Margot Ferber, Heinz Wolf und Brigitte Kittel) und würdigte ihren herausragenden langjährigen ehrenamtlichen Einsatz. „Eine Gemeinde ohne alle ehrenamtlich Engagierten und insbesondere derer, die sich weit über das normale Maß hinaus engagieren, wäre bei weitem nicht so lebenswert“, betonte der Bürgermeister.

Als besonders positives Beispiel ging der Bürgermeister auf den vor weniger als einem Jahr gegründeten Arbeitskreis Weiler Flüchtlingshilfe ein, der sich inzwischen mit über 50 Aktiven um die in unserer Gemeinde wohnenden Flüchtlinge kümmert. Dafür dankte er ausdrücklich.

Zum Thema Flüchtlinge berichtete er, dass die Vorbereitungen für die Unterbringung am P+R-Parkplatz am Troppel laufen. Für die Anschlussunterbringung hat die Gemeinde bis zum Jahresende noch genügend Kapazitäten in eigenen Gebäuden. Aber um weitsichtig reagieren zu können ist eine Investition in einen Neubau, der später auch als günstiger Mietwohnungsraum dienen soll, im Haushalt 2016 enthalten.

Bürgermeister Wolfgang Lahl betonte, dass die Integration der Flüchtlinge eine weit höhere Anforderung ist als die bloße Unterbringung. „Hier muss es ein Zusammenspiel von großer Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, der örtlichen Gemeinschaft und nicht zuletzt von den Flüchtlingen selber geben. An die Bundespolitik gerichtet kann ich nur den Appell richten, dass dies nur positiv gelingen kann, wenn die Belastungen vor Ort machbar bleiben“.

Traditionell gehört der Sport in unserer Gemeinde zum jährlichen Jahresrückblick. Der Bürgermeister erinnerte daran, dass viele Weilemer, Neuweiler und Breitensteiner Sportlerinnen und Sportler bis zu Landesebene sehr erfolgreich waren. Die sportlichen Erfolge von vier Sportlerinnen und Sportler hob er besonders hervor: Ungeschlagene deutsche Meister im Radball U15 in Elsenfeld wurden Jannik Bühler und Franz Leinich. Fast alle Pfeile ins Gold schossen die Schwestern Sarah und Jenny Wenzl vom Schützenverein Weil im Schönbuch bei den deutschen Meisterschaften der Bogenschützen. Dadurch wurden beide in ihrer Altersklasse deutsche Meisterinnen.

Für seine 25-jährige Abteilungsleitung und sein herausragendes Engagement wurde Hans Grieb im letzten Jahr völlig verdient die höchste Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg für ehrenamtliches Wirken, die Landesehrennadel verliehen.

Im Bereich „Kinder-Jugend-Familie“ ging der Bürgermeister zunächst auf die Gemeinschaftsschule ein und bezeichnete sie als Erfolgsmodell. Inzwischen wurde der Einzugsbereich auf die gesamte Schönbuchlichtung ausgebaut. Aufgrund des hohen Maßes an Engagement in der Lehrerschaft, einem guten pädagogischen Konzept und Profil, einer aktiven Lehrerschaft, der Begleitung durch das Team des Waldhauses und der guten Ausstattung der Schule ist aus der geplanten Zweizügigkeit inzwischen eine dreizügige Gemeinschaftsschule geworden. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat den Planungsauftrag zu einer Erweiterung der Schule einstimmig beschlossen und die Planungen sind bereits angelaufen. Konkret vorbereitet wird der Einbau eines dringend benötigten, zweiten naturwissenschaftlichen Raums.

Mit den verschiedensten Kinderbetreuungskonzepten ab dem ersten Lebensjahr und dem aktiven Jugendreferat hat die Gemeinde Weil im Schönbuch ein modernes Kind-und jugendgerechtes Angebot, betonte der Bürgermeister. Weil im Schönbuch wird auch weiterhin eine familienfreundliche Gemeinde sein und für die Familien ein attraktiver Lebensmittelpunkt bleiben.

Ausführlich ging Bürgermeister Wolfgang Lahl auf den Ausbau der Infrastruktur in der   Gemeinde und auf die Bauvorhaben im letzten Jahr ein. Er hob hervor, dass auch weiterhin der Gemeindeentwicklungsplan der verlässliche rote Faden der Kommunalpolitik ist.“Im Jahr 2015 haben wir die größte Investitionsphase in der Geschichte der Gemeinde mit den zwei parallel durchgeführten Großprojekten Hauptstraßensanierung und Bau des Rettungszentrums erlebt“, so der Bürgermeister.

„Das funktionale Gebäude des Rettungszentrums beherbergt nicht nur alle Hilfsorganisationen unter einem Dach, sondern wurde auch so konzipiert, dass Weiterentwicklungen der Feuerwehrstruktur und Nutzungsänderungen möglich sind. Zudem fügt sich das Gebäude mit seiner Holzfassade sehr gut in die Landschaft ein.“

Zur Hauptstraßensanierung berichtete der Bürgermeister, dass der neunte und letzte Bauabschnitt voraussichtlich, wenn alles im Zeitplan bleibt, im April 2016 abgeschlossen sein wird. „Die Investitionen von über 8 Millionen € zur Erneuerung aller Medien war sehr aufwendig, aber auch dringend erforderlich.“

Als besonders positiven Aspekt hob Bürgermeister Wolfgang Lahl vor, dass die Hauptstraßensanierung mehrere private Investitionen zur Nutzung innerörtlicher Potenziale veranlasst hat. Wo vorher noch 4-6 Personen gewohnt haben, werden zukünftig über 100 Mitbürgerinnen und Mitbürger einen attraktiven innerörtlichen Wohnraum beziehen, so der Bürgermeister. „ich meine, dies ist ein Paradebeispiel für eine gelungene Innenentwicklung innerhalb eines Sanierungsgebietes“

Seinen herzlichen Dank richtete Bürgermeister Wolfgang Lahl an alle, die die sehr intensive Beeinträchtigung durch die Sperrung der „Hauptschlagader Anführungszeichen der Gemeinde mit so viel Verständnis mitgetragen haben.

Den Blick in die Zukunft richtete er mit der Molkeplatz, über den der Gemeinderat erst nach der Feststellung des Jahresabschlusses 2015 entscheiden wird. Ebenso steht der Fortgang des Bürgerhauses noch unter der Prämisse der Aufnahme der Gemeinde in das Landessanierungsprogramm. Die weiteren Planungsschritte wird der Gemeinderat nach der Entscheidung über die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm in einer Klausurtagung beraten.

Ein weiteres großes Projekt im Jahr 2016 ist die Sanierung der Straße “In der Röte“ mitsamt aller dort verlegt Medien. Die Umsetzung dieser Maßnahme ist bis Anfang 2017 fest eingeplant.

Abschließend ging der Bürgermeister auf die finanzielle Situation der Gemeinde ein. Im Bereich des Eigenbetriebs (Wasser, Abwasser und Kläranlagen) lassen sich aufgrund der Finanzierungsstruktur weitere Kreditaufnahmen nicht vermeiden, denn hier stehen zur Finanzierung von Investitionen nur Abschreibungen zur Verfügung. Diese reichen aber zum Erhalt des Leitungsnetzes und der Kläranlagen aktuell und leider auch mittelfristig nicht aus. Auch die vom Gemeinderat beschlossene Tilgung eines inneren Darlehens an den Kämmereihaushalt muss mit Krediten finanziert werden. Dabei muss aber berücksichtigt werden, so der Bürgermeister, das mit den Investitionen auch wieder neue Werte geschaffen werden.

Zum Kernhaushalt der Gemeinde im Jahr 2016 berichtete er, dass erneut eine positive Zuführungsrate von ca. 1,54 Millionen € für investive Maßnahmen erwirtschaftet wird. Dennoch wird zur Finanzierung der Investitionen im Vermögenshaushalt neben der Sondertilgung des Eigenbetriebes von ca. 700.000 € auch eine Rücklagenentnahme von ca. 600.000 € benötigt. Ein Sonderkredit zum Bau einer Unterkunft für Flüchtlinge von 500.000 € wird nur aufgenommen, wenn dieser Bau auch in diesem Jahr umgesetzt wird.

Zum Abschluss ging Bürgermeister Wolfgang Lahl auf die Verschuldung des Kämmereihaushaltes ein und berichtete, dass diese von 4,26 Millionen € im Jahr 2000 nun auf knapp 2 Millionen € zum Ende des Haushaltsjahres 2016 gesenkt wird.

In seinem Schlusswort betonte der Bürgermeister, dass er nur die wichtigsten und prägenden Aspekte ansprechen konnte. „Auch wenn im vergangenen Jahr viel geschafft wurde, wird auch weiterhin noch viel zu tun sein. Das ist ja auch das Schöne an der Kommunalpolitik, dass die Gemeinde nie fertig ist und sie immer den neuen Herausforderungen stellen muss“ betonte er. Seinen Dank richtete der Bürgermeister an den Gemeinderat und die Ortschaftsräte, für ihr ehrenamtliches Engagement und die Bereitschaft, wahrlich nicht immer leichte Entscheidungen in der Verantwortung für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger zu treffen. Dieses Engagement verdiene höchsten Respekt. In seinen Dank schloss er das gesamte Team der Gemeindeverwaltung ein. „Vielen Dank für das Geleistete“.

Mitveranstalter des Neujahrsempfangs waren das Kindergartengrüpple und die Hospizgruppe, die beide ihr 20-jähriges Bestehen feiern konnten.

Elke Todt berichtete über die kleinen Anfänge des Kindergartengrüpples vor 20 Jahren und über die Entwicklung bis zum heutigen Stand. Sie bat um Verständnis dafür, wenn es ab und zu durch das im Rathaus untergebrachte Grüpple etwas laut wird, wobei Bürgermeister Wolfgang Lahl gerade das für ein positives Zeichen bezeichnete. “Das Kindergartengrüpple bringt Leben ins Rathaus“, so der Bürgermeister.

Charlotte Hollinger und Martina Sümnick von der Hospizgruppe berichteten über die Arbeit der 29 Ehrenamtlichen. Respekt, Wohlwollen und Vorbehaltslosigkeit, dies sind die wichtigsten Leitlinien der Arbeit in der Hospizgruppe, betonten die beiden Leiterinnen. Nach einer intensiven Ausbildung und mehreren Praktika bieten wir den Sterbenden und ihren Angehörigen an, uns Zeit zum Zuhören zu nehmen. Bitte kommen Sie auf uns zu.

Umrahmt wurde der Neujahrsempfang 2016 von einem Quintett der Harmonikafreunde, dessen schmissige Melodien viel Beifall erhielten.

Auch an dieser Stelle sei den Harmonikafreunden nochmals herzlich für die Mitwirkung beim Neujahrsempfang 2016 gedankt.
 
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