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21.11.2016 Veröffentlichungsdatum: 21.11.2016
Gedenken zum Volkstrauertag
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Am letzten Sonntag fand nach dem ökumenischen Gottesdienst vor der Martinskirche die Gedenkfeier zum Volkstrauertag statt. Bürgermeister Wolfgang Lahl nahm dies zum Anlass, neben dem Rückblick auf die Kriege in Europa auch auf die aktuellen Konflikte in der Welt und auf die daraus resultierenden Herausforderungen für unser Leben hier in der Gemeinde einzugehen.

Über 70 Jahre Friede in Mitteleuropa, so der Bürgermeister, seien ein unschätzbar wichtiges Gut, die Basis unseres Lebensstandards und schlichtweg unsere heutige Lebensgrundlage. Umso wichtiger sei es, sich auf die Gräueltaten und Folgen der vergangenen Kriege und auf die aktuellen Folgen von Krieg, Terror und Gewalt zu besinnen. Nur wer erfassen kann, was Krieg, Flucht und Vertreibung bedeuten, wird den Frieden mit all seinen Möglichkeiten für eine Gesellschaft schätzen und diesen auch mit aller Macht erhalten.

Mit dem Text aus dem Lied „Es ist an der Zeit“, welches sich auf die Schicksale der  toten Soldaten der Weltkriege bezieht, schlug der Bürgermeister den Bogen zu den Opfern von Krieg und Gewalt in unserer Gemeinde, deren Namen an den Gedenktafeln der Martinskirche festgehalten sind. „Krieg ist nicht virtuell, irgendwo, nicht greifbar, sondern die Folgen von Krieg sind immer auch bis vor unsere Haustür, ganz direkt in den Familien spürbar. Und im Gegenzug sind Frieden, Nächstenliebe und Gemeinschaft ebenso direkt in unserer Gemeinde bis hin in unsere Wohnzimmer erlebbar.“
 
Es sei erschreckend, so der Bürgermeister, dass extreme politische Positionen und Populismus in der politischen Kultur fast wieder salonfähig sind. „Dieser Strömung darf die Gesellschaft nicht einfach hinterherlaufen, hier sind wir alle gefragt

-    mit unserem gesunden Menschenverstand
-    mit unserem von Nächstenliebe geprägten christlichen Weltbild
-    und auch mit unserer Rechtsstaatlichkeit und der demokratischen freiheitlichen Grundordnung unseres Grundgesetzes.“

Zu den aus dem Nahen Osten geflüchteten Menschen betonte der Bürgermeister, dass es unsere mitmenschliche Verpflichtung ist, diesen Opfern von Krieg und Gewalt zuallererst Unterbringung zu geben. Er berichtete, dass zu den momentan 73 Flüchtlingen in der gemeindlichen Anschlussunterbringung im kommenden Jahr etwa weitere 80 Personen kommen werden. Zusammen mit den ca. 60 vom Landkreis untergebrachten Menschen seien das nicht einmal 3% der Bevölkerung. Die wahre Herausforderung, aber auch eine Chance, hob er hervor, wird die gelebte Integration in unsere Gesellschaft sein. „Dazu danke ich dem Arbeitskreis Flüchtlingshilfe für den unendlich wichtigen, ehrenamtlichen Einsatz. Ohne diese Gruppe engagierter Weilemer, Neuweiler und Breitensteiner könnten wir die wichtigste Aufgabe überhaupt, nämlich die Integration der neu Ankommenden, nicht bewältigen“.

Nach dem feierlichen Totengedenken und einer Schweigeminute legte Bürgermeister Wolfgang Lahl am Ehrenmal vor der Martinskirche einen Kranz zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt nieder, bevor der Posaunenchor das traditionelle Lied „Ich hatt` einen Kameraden“ vortrug.

Mit einem Dank des Bürgermeisters an den Posaunenchor und an die Kirchengemeinden für den vorangegangenen, wunderschönen ökumenischen Gottesdienst sowie einer Einladung zur Gedenkfeier im kommenden Jahr endete die Gedenkfeier zum Volkstrauertag 2016.
 
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