Home > Aktuelles > Wasserversorgung Weil im Schönbuch (18.10.2002)

18.10.2002
Wasserversorgung Weil im Schönbuch
Bild Nr. 1 in voller Auflösung anzeigen
[1] Besprechung vor Ort in der Seitenbachstraße
(49 kB - 550x429 Pixel)
Bild Nr. 2 in voller Auflösung anzeigen
[2] Seestraße Ecke Seitenbachstraße
(54 kB - 550x575 Pixel)
Bild Nr. 3 in voller Auflösung anzeigen
[3] Wasserleitung in der Seitenbachstraße
(125 kB - 550x833 Pixel)
Bild Nr. 4 in voller Auflösung anzeigen
[4] Hochbehälter Neuweiler
(42 kB - 550x372 Pixel)
Bild Nr. 5 in voller Auflösung anzeigen
[5] Hochbehälter Bromberg 2
(52 kB - 550x376 Pixel)

...hervorragende Trinkwasserqualität hat ihren Preis

Als selbstverständlich empfinden wir die Bereitstellung von Trinkwasser zu jeder Tages- und Nachtzeit. Trinkwasser ist das Lebensmittel Nr.1. Eine gesicherte und zukunftsfähige Trinkwasserversorgung ist in unseren Gegenden zur Selbstverständlichkeit geworden. Gerade nach dem Urlaub im Süden wird der Wert und die Bedeutung einer sicheren und störungsfreien Trinkwasserversorgung augenfällig. Doch hinter dieser wichtigen gemeindlichen Aufgabe steht eine ständige Herausforderung für die Gemeinde Weil im Schönbuch.

Wasserversorgung als Eigenbetrieb

Die Wasserversorgung Weil im Schönbuch wird rechtlich als sogenannter Eigenbetrieb geführt. Gemeinden können nach den Regeln der Gemeindeordnung Baden-Württemberg "eigene Betriebe" für bestimmte Aufgaben bilden. Der Betrieb wird nach kaufmännischen Grundsätzen geführt und entsprechend sind auch die Bilanzregeln. Die Geschäftsführung ist in zwei Bereiche aufgeteilt. Kämmerer Eberhard Brodbeck fungiert als kaufmännischer Werkleiter und Ortsbaumeister Matthias Längin als technischer Werkleiter. Aufsichtsorgan ist im Grundsatz der Gemeinderat. Dieser hat bestimmte Aufgaben dem Bau-, Landwirtschafts- und Umweltausschuss zur ständigen Erledigung übertragen.

Das Wasser kommt aus dem Ammertal und vom Bodensee

Die Wasserversorgung kauft ihr Trinkwasser von der Ammertal-Schönbuch-Gruppe (ASG) ein. Eigenwasservorkommen werden für die Trinkwasserversorgung nicht mehr genutzt. "In Breitenstein haben wir die Aischbachquelle mit einer Schüttung von 2 Sekundenliter", sagt Matthias Längin. Dies würde aber nur etwa 5 % des Wasserverbrauchs in der Gemeinde decken. "Als Notwasserversorgung halten wir diese Quelle aber vor." Das von der ASG bezogene Wasser wird an die drei Hochbehälter Roter Berg für Weil, Friedhof für Neuweiler und Breitenstein eingespeist. Den Wasserbezug sichert sich die Gemeinde über vertragliche Bezugsrechte. Maximal kann die Gemeinde 41 Sekundenliter von der ASG beziehen.

Wasserverbrauch stagniert

"Im Jahr 2001 haben wir genau 496.955 m³ Wasser bezogen und 413.329 m² Wasser verkauft. Die Differenz ist der Wasserverlust im Leitungsnetz", verweist Eberhard Brodbeck auf das zurückliegende Geschäftsjahr. Der aktuelle Wasserpreis liegt bei 0,91 € pro m³. Trotz aller Sparbemühungen weist das Jahr 2001 einen Verlust von 7.337 € auf. "Wir haben die Wirtschaftlichkeit unseres Betriebes deutlich verbessert. Aber wir haben immer noch keine Kostendeckung bei unseren Wassergebühren." Beklagt der kaufmännische Werkleiter. Ein Leitungsnetz mit einer Länge von 42,8 Kilometern, schwierige topographische Verhältnisse und sehr viele Leitungen aus den 50er und 60er-Jahren - das erkläre den unverändert hohen Investitionsbedarf der Wasserversorgung. Allein im Jahr 2002 investiere man in die Wasserleitungen im Sanierungsgebiet und in der Seestraße zusammen über 410.000 €. Auffallend ist, dass trotz eines Bevölkerungswachstum von über 1.000 Einwohnern in den letzten 10 Jahren der Wasserverbrauch von 1991 auf 2001 nur um knapp 10 % anstieg.

Rohrnetzbetreuung durch die Neckarwerke - erfolgreiche Partnerschaft

Zufrieden zeigt sich Bürgermeister Andreas Brand über den Erfolg der Rohrnetzbetreuung durch die Neckarwerke Stuttgart. "Durch das Ausscheiden des Wassermeisters im Jahr 1998 entschlossen wir uns, die gesamte Rohrnetzunterhaltung einem erfahrenen und sachkundigen Unternehmen zu übertragen. Unsere Wahl fiel auf die NWS. Wer Stuttgart mit Wasser versorgen kann, kann auch unser Partner in Weil sein."

Neben des betriebwirtschaftlichen Erfolges spürt der Weilemer Schultes aber auch eine deutlich bessere Kundenzufriedenheit. "Unsere Kunden, egal ob sie einen neuen Hausanschluss wollen oder ein Rohrbruch behoben werden, sind zufriedener geworden. Sie bekommen durch die NWS eine bessere Leistung zu geringeren Kosten als vorher. Gerade im Bereitschaftsdienst spüren wir das."

Einsparmöglichkeiten ausgereizt - Gebührenerhöhungen zwingend

Trotz aller Zufriedenheit über die eingeleiteten Verbesserungen. "Die Einsparmöglichkeiten sind zwischenzeitlich ausgereizt und erschöpft. Unser Verlustvortrag und unsere hohen Aufwendungen für unser Leitungsnetz prägen die Gewinn- und Verlustrechnung. Die Qualität unserer Trinkwasserversorgung kann nur durch stetige und gleichmäßige Investitionen gesichert werden. Dies setzt aber unweigerlich auch die notwendigen Einnahmen voraus. Werkleitung und Bürgermeister halten eine angemessene Anpassung und damit eine Erhöhung der Wassergebühren für unausweichlich. "Wir dürfen und können uns betriebwirtschaftlichen Erfordernissen nicht verschließen. Immer mehr Leistung zu immer weniger Geld - diese Rechnung geht nicht auf. Wenn wir unserem Eigenbetrieb die notwendigen Finanzmittel verweigern, ist ein Stop der Investitionstätigkeit die logisch Folge", so Bürgermeister Andreas Brand. Aus Verantwortung um eine zukunftsfähige und sichere Trinkwasserversorgung wird er dem Gemeinderat für 2002 eine erforderliche Gebührenerhöhung vorschlagen.

 
4966 Zugriffe, zuletzt am 24.04.2017, 17:07:30